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„Wir haben alle was zu verbergen“

Facebook, Instagram, WhatsApp. Jeder kennt sie, jeder nutzt sie. Wir surfen, liken, teilen und machen uns dabei nur wenig Gedanken, was genau mit unseren Daten passiert. Zwar weiß mittlerweile fast jeder, dass es für Außenstehende ein Leichtes ist, unsere WhatsApp Nachrichten zu lesen und das Facebook all unsere Daten speichert ist auch längst kein Geheimnis mehr. Trotzdem herrscht in der Regel die Gleichgültigkeit vor. Datenschutz ist für viele kein Thema.

Anders ist das bei Jürgen Fricke: Er beschäftigt sich nun schon seit vielen Jahren mit Datenschutz. Mit leuchtenden Augen erzählt er von Tor-Netzwerken und Verschlüsselungsmöglichkeiten, aber auch von Abhör-Gruselgeschichten, von Fällen, in denen Menschen unschuldig ermordet wurden, weil eine Information falsch gedeutet wurde.

Das muss aber nicht sein: „Früher war Verschlüsselung noch kompliziert. Heute ist es ganz leicht“, erklärt er uns. Denn Jürgen Fricke weiß, wie man seine Daten schützen kann und gibt dieses Wissen regelmäßig auf CryptoPartys weiter, damit auch andere das tun können: „Es gibt einfach Dinge, die nicht ins Netz gehören“., so Fricke „Ich will keinen Daten-Striptease hinlegen“.

Doch wen interessiert eigentlich, was wir im Internet machen? Nicht immer geht es um Mord und Totschlag, aber das Ausmaß des tagtäglichen Datensammelns ist kaum weniger gruselig: Facebook beispielsweise verkauft unsere Daten an Dritte, damit diese gezielt Werbung schalten können. Scheinbar irrelevante Informationen wie unsere Lieblingsband, unser Lieblingsgetränk oder unser Standort werden miteinander verknüpft und ausgewertet. So wird mit jedem Post unser persönliches Datenprofil größer und interessanter. „Wir haben alle was zu verbergen – und das ist auch total normal“, meint Fricke. Niemand würde einem Fremden im realen Leben so tiefe Einblicke in seine Privatsphäre gewähren. Im wirklichen Leben schützen wir uns, wir müssen nur anfangen, dass im Internet auch zu machen.

Wie sehr man auf Datenschutz achtet, muss aber im Endeffekt jeder für sich selbst wissen. Denn Datenschutz bedeutet leider immer noch auf manche Dinge zu verzichten. Trotzdem ist es wichtig, sich zumindest mal mit dem Thema auseinander gesetzt zu haben. Ob man dann so konsequent wie Fricke alle seine Daten verschlüsselt oder erst einmal in kleinen Schritten beginnen will, ist dann jedem selbst überlassen.

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