2015Allgemein

Mousepad statt Schienbeinschoner – e-Sports bei n!faculty

Jedes Jahr im Januar stehen wir vor dem selbem, immer wiederkehrenden Problem: Die guten Vorsätze sind bereits seit langem festgelegt, nun braucht es Überwindung für die Umsetzung. Eine Menge Überwindung. Besonders gerne nehmen wir uns vor, unseren Körper in Form zu bringen und abzuspecken. Und wie soll das nun gehen? Am besten mit Sport. Aber wie genau? Vor dem Fitnessstudio kann man sich nur allzu leicht drücken, aber muss ich deswegen jetzt gleich in einen richtigen Sportverein eintreten? Und wenn ja, in welchen?

Bloß keine Panik, falls euch diese Überlegungen bekannt vorkommen. Es gibt genug Menschen, denen es ähnlich geht. So viele sogar, dass sich in den vergangenen 15 Jahren eine komplett neue Sportwelt aufgetan hat: e-Sports. Zugegeben, das Abnehmen funktioniert beim Tennis vermutlich einfacher als bei Counterstrike. Aber das rasante Wachstum des Gaming-Phänomens ist nicht bestreitbar. Heute füllen e-Sports-Events Arenen und Fußballstadien. Die weltbesten Spieler wechseln zum Teil für sechsstellige Ablösesummen zwischen den Clubs.

n!faculty

Ein echter „Traditionsverein“ findet sich auch auf dem Jugendforum NRW. „n!faculty“ wurde im Jahr 1999 gegründet und hilft seitdem Pro-Gamern und Hobbyspielern dabei, sich in Teams zu verbünden und diese zu fördern. Sie waren der erste e-Sports-Club weltweit, der ein eigenes Vereinsheim besaß. Mittlerweile umfasst „n!faculty“ etwa 400 Mitglieder. Und im Grunde wollen sie alle nur spielen.

Spannende Computerschlachten am n!faculty-Stand auf dem Jugendforum NRW.

Spannende Computerschlachten am n!faculty-Stand auf dem Jugendforum NRW.

Nur etwas für Hardcore-Zocker?

Steffen ist 18 Jahre alt und seit etwa zwei Jahren bei „n!faculty“ dabei. Darauf angesprochen, ob der Verein nur für Leute vorgesehen sei, die an der Konsole richtig was draufhaben, antwortet er bestimmt: „Auf keinen Fall! Die meistens von uns sind Casual-Gamer, die abends einfach mal ein, zwei Stunden mit ein paar netten Leuten zocken wollen.“. Steffen äußert Verständnis für Eltern, die sich nicht unbedingt damit anfreunden können, dass ihre Schützlinge einem e-Sports- statt einem Handballverein beitreten wollen. „Es ist logisch, dass die Eltern meistens zuerst ein bisschen skeptisch sind. Es ist halt nicht so körperlich wie Fußball oder Badminton, sondern eher ein psychischer Sport. Ich glaube, man kann es am ehesten mit Schach vergleichen.“. Nichtsdestotrotz sehen es die wenigsten Erziehungsberechtigen gerne, wenn ihre Kinder ihre Freizeit zu einem Großteil mit Computerspielen verbringen. Doch bei n!faculty gehe das Vereinsangebot über das gemeinsame „Daddeln“ hinaus, wie Steffen berichtet: „Wir versuchen immer wieder ein paar kleine Veranstaltungen zu machen, um die Leute auch abgesehen vom Zocken zu verbinden.“.

Live-Gaming auf dem Jugendforum

Zusammenhalt, Konzentration und Teamwork gilt es auch am n!faculty-Stand auf dem Jugendforum NRW zu beweisen. An zehn Rechnern duellieren sich seit Messebeginn „League of Legends“-Fans in Fünfer-Mannschaften. Am Samstag wurden hier sogar die Finals der deutschen Schulmeisterschaften aus- und live auf einer großen Leinwand übertragen.

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