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„Hikikomori“ ist ein ernstes Thema

Ohrenbetäubender Lärm aus den Boxen, ausgelöst durch einen Fehler am Mikrofon – und alle schauen auf Staatssekretär Andreas Bothe. Er steht mit dem Mikro in der Hand inmitten des Jugendforums NRW. Bothe vertritt an diesem Dienstag das Landesministerium für Kinder, Eltern, Flüchtlinge und Integration auf dem Jugendforum NRW. Er bleibt cool. Das Mikrofon streikt weiterhin. Bothe lächelt die Situation weg. Auch die größte Spielemesse der Welt hat mal Probleme mit der Technik. So eröffnete er nach dem technischen Aussetzer souverän das Jugendforum NRW auf der Gamescom 2018. Unterstützung bekam er dabei von Agnes Klein von der Stadt Köln.

Das Forum ist eine ganze tolle Sache, bei der Technik erfahr- und erlebbar wird“, so der Staatssekretär im Gespräch mit der Jugendredaktion. Für ihn sei es zudem wichtig, Präsenz zu zeigen, da man als Jugendministerium nicht den Draht zur Jugend und ihrer Kultur verlieren dürfe. Mit einem Rundgang über den gesamten Stand bot sich den Ausstellern die Möglichkeit, den Politikern einen Einblick in ihre Arbeit zu ermöglichen, sie vielleicht auch ein Stück weit von ihren Projekten zu überzeugen.

Das Jugendforum – Ein Ort zum Verschnaufen

Staatssekretär Bothe sprach mit Vertretern der GMK (Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur), die sich in diesem Jahr dem Thema „Hikikomori“ widmen. Dabei handelt es sich um ein japanisches Phänomen, bei dem meist männliche Betroffene dem sozialen Leben den Rücken zukehren und sich zurückziehen. Sie verbringen den Großteil ihrer Zeit zuhause.

Agnes Klein von der Stadt Köln durfte an anderer Stelle visuell ihre Balance zwischen Gaming und Life darstellen. Hierzu musste sie verschiedene farbige Boxen aufeinander stapeln und konnte sich mit ihrem Gebilde fotografieren lassen. Bothe sieht das Jugendforum als „schönes Gegenwicht zum kommerziellen Teil der Messe“ und als einen Ort an dem die Besucher kurz verschnaufen können.

Projekte wie das Jugendforum NRW leben von motivierten Jugendlichen, die sich in ihrer Freizeit journalistisch betätigen wollen. Deshalb freute es viele Teilnehmer, dass die Förderer das Projekt lobten. Zum Thema des Forums „Game Life Balance“ sagte Bothe: „Es ist wichtig Standards zu entwickeln, die es einem ermöglichen, sich selbst Limits zu setzen.“ Mit diesen aufbauenden Worten ist es offiziell: Das Jugendforum ist eröffnet und der Spaß kann beginnen.

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